Bei einem PunchOut-Prozess startet der Benutzer in seinem E-Procurement-System. Von dort wird er authentifiziert zum Lieferantenshop weitergeleitet. Nach der Produktauswahl geht der Warenkorb zurück an das Einkaufssystem, wo Genehmigung und Bestellung erfolgen.
Der Ablauf in sieben Schritten
- Der Benutzer wählt den Lieferantenkatalog im Einkaufssystem.
- Das Einkaufssystem sendet einen
PunchOutSetupRequestper HTTP POST. - Der Lieferant prüft Identität, Berechtigungen und kundenspezifische Einstellungen.
- Der Shop liefert im
PunchOutSetupResponseeine Start-URL zurück. - Der Benutzer sucht Produkte und erstellt einen Warenkorb.
- Der Shop sendet den Warenkorb als
PunchOutOrderMessagean die im Request angegebene BrowserFormPost-URL. - Das Einkaufssystem erstellt daraus eine Anforderung; erst nach Freigabe wird die eigentliche Bestellung gesendet.
Einkaufssystem
├─ PunchOutSetupRequest ──▶ Lieferant
◀─ StartPage-URL ──────────┤
├─ Browser / Katalog ─────▶ Shop
◀─ PunchOutOrderMessage ───┤
└─ Genehmigung → OrderRequest
Was muss der Lieferant technisch umsetzen?
Benötigt werden ein HTTPS-Endpunkt für den SetupRequest, eine sichere Zuordnung des anfragenden Kunden, eine kurzlebige Shopsitzung und die Warenkorb-Rückgabe. Der Shop muss Vertragskonditionen, Währung, Mengeneinheiten und erlaubte Produkte korrekt anwenden.
Authentifizierung
Viele Verbindungen verwenden NetworkID- oder DUNS-Domains zusammen mit einem Shared Secret. Moderne oder direkte PunchOut-Modelle können andere Verfahren verlangen. Secrets dürfen nicht protokolliert oder im Browser sichtbar gemacht werden. Die Entscheidung über Zugriff und Kundenzuordnung muss serverseitig erfolgen.
Typische Fehler
- BrowserFormPost wird verändert oder falsch kodiert.
- Warenkorbpositionen enthalten interne statt vereinbarter Artikelnummern.
- Kundenspezifische Preise werden in der Sitzung nicht angewendet.
- Mengeneinheiten unterscheiden sich zwischen Shop und Einkaufssystem.
- Der Shop behandelt den Warenkorb bereits als Bestellung.
- Session-Timeouts und Mehrfachaufrufe werden nicht berücksichtigt.
Level 1 und Level 2
Bei klassischem PunchOut öffnet der Benutzer den Katalog des Lieferanten. Level-2-PunchOut ergänzt einen durchsuchbaren Index im Einkaufssystem, über den Benutzer direkt zu Kategorien oder Produkten springen können. Dafür müssen zusätzliche Katalogdaten gepflegt werden.
Quellen: cXML Reference Guide und SAP Help – PunchOut Site Development.
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